Pädagogische Schwerpunkte

  • Werteorientierung

Kinder bestaunen unvoreingenommen die Welt und haben viele Fragen. Wir versuchen auf alle Fragen der Kinder mit Wertschätzung, Respekt und Geduld einzugehen. Kinder im Krippenalter stellen diese Fragen nicht nur verbal, sondern mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Ausdrucksmöglichkeiten. Wir sind gefordert, diese Fragen zu erkennen und zu verstehen, um angemessen darauf zu antworten und einzugehen.

Damit sich die Kinder an Werten orientieren können, ist es unbedingt erforderlich, ihnen diese vorzuleben. Dazu ist erste Voraussetzung, dass wir uns selbst über unser Erzieherverhalten klar werden und uns bewusst ist, was eine positive Erzieherpersönlichkeit ausmacht. Dazu gehört auch, unser Erzieherverhalten zu reflektieren.

Es ist uns wichtig, in unserer Einrichtung eine Atmosphäre zu schaffen, die von Wertschätzung, Offenheit und Authentizität geprägt ist.

Dies ist unser Weg, den Kindern die Werte, die wir un unserem Leitbild beschrieben haben, zu vermitteln.

 

  • Widerstandsfähigkeit ( Resilienz )

Widerstandsfähigkeit bedeutet, kompetent mit Veränderungen und Belastungen umzugehen. Sie ist somit Grundlage für positive Entwicklung, Gesundheit und Wohlbefinden.

Mit unsere wichtigste Bildungsaufgabe ist, die Kinder zu unterstützen, damit sie sich zu resilienten Persönlichkeiten entwickeln können. Dazu müssen Kinder Eigenaktivität entwickeln, wir werden sie dabei begleiten. Das bedeutet vor allem, Kinder zu stärken.

Zuerst teilen Kinder durch ihre Körpersprache mit, wenn sie etwas nicht mögen. Unsere Aufgabe ist es, diese Signale zu erkennen und ernst zu nehmen. Daraus entwickelt sich dann für die Kinder die Sicherheit "Nein" zu sagen, wenn ihnen etwas missfällt.

Somit ist unsere Kinderkrippe ein Ort, wo es Kindern möglich gemacht wird, sich in Konfliktbewältigung zu üben.

 

  • Selbstständigkeit

Die Kinder lernen sich als eigenständige Menschen wahrzunehmen, etwas zu bewirken und sich selbst ihrer Entwicklung entsprechend gut versorgen zu können. So beginnen sie, nach anfänglicher Hilfe, selbstständig zu essen und zu trinken. Sie benötigen immer weniger Hilfe beim an- und ausziehen. Sie entscheiden ob sie lieber alleine oder mit anderen Kindern spielen und welchen Funktionsbereich sie dazu brauchen.

Sie werden darin bestärkt, ihre Bedürfnisse mitzuteilen und Konflikte möglichst eigenständig zu lösen, oder sich bei uns Unterstützung zu holen. Sie werden darin bestärkt ihrem eigenen Gefühl und Können zu trauen.

Den Kindern wird zugetraut, selbst zu spüren, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, "sauber" und "trocken" zu werden.

 

  • Gesundheit

In unserer Krippe wird täglich frisch gekocht. Wichtig ist uns dabei, den Kindern ein gesundes und abwechslungsreiches Essen anzubieten. Folglich legen wir Wert auf biologisch erzeugte Nahrungsmittel und Getränke. Zu jeder Mahlzeit wird Obst, Gemüse oder Rohkost gereicht.

Der tägliche Aufenthalt im Freien, Bewegung, Fröhlichkeit, liebevolle Zuwendung und Zusammensein mit anderen Kindern sind weitere gesundheitsfördernde Faktoren.

Wichtig ist auch, dass Spannung und Entspannung möglich sind. Das heißt, auf Zeiten hoher Aktivität folgt auch wieder eine Zeit, in der die Kinder zur Ruhe kommen.

Damit die Kinder möglichst wenig elektromagnetischen Feldern ausgesetzt sind, gibt es in unserer Einrichtung kein schnurloses Telefon.

 

  • Sprache

Von Anfang an möchte jedes Kind mit seiner Umwelt kommunizieren. Wir versuchen seine "erste Sprache" (non-verbale Signale) zu verstehen und in Dialog mit ihm zu treten. Die Entwicklung einer ausducksvollen Körpersprache ist Bestandteil von Sprach- kompetenz.

Durch die positive Beziehung zu den Kindern und der guten Atmosphäre in unserer Einrichtung, werden die Kinder Freude daran haben, sich mitzuteilen.

Auch das Interesse der Kinder, mit anderen Kindern eine Spielgemeinschaft einzugehen und ihre Bedürfnisse mitzuteilen, wirkt sich förderlich auf das Erlernen von Sprache aus.

Fingerspiele, Lieder, Singspiele, Kreisspiele, gemeinsames Betrachten (dialogorientiert) von Bilderbüchern und das Interesse am Sprechen mit den Kindern, tragen wesentlich zur Förderung und Stärkung der Sprachentwicklung bei.

 

  • Bewegung

Kleinkinder müssen die Möglichkeit zur freien Bewegungsentfaltung bekommen. Nur so werden sie sicher in ihrer motorischen Entwicklung. Aus diesem Grund gibt es bei uns keine "Turnstunden".

Wir bieten den Kindern Möglichkeiten zur freien Bewegungsförderung, was sich unter anderem auch in der Raumgestaltung bemerkbar macht. Die Ausstattung des Bewewgungsraumes mit schiefer Ebene, Rollbrettern, Rutsche, Hüpfpolster und Hüpfpferden kommt dem Grundbedürfnis nach freier Bewegung entgegen. Im Gruppenraum steht den Kindern abwechselnd je nach Interesse und Entwicklungsstand, Bewegungsmaterial nach Emmi Pickler zur Verfügung. Auch unser Außenbereich ist so gestaltet, dass diese freie, dem Alter der Kinder entsprechende Bewegungsförderung möglich ist.

Wichtig ist dabei, dass wir die Kinder gut begleiten und ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärken.

 

  • Ausdauer

In den verschiedensten Bereichen ist es notwendig, Ausdauer aufzubringen, um zum gewünschten Ziel zu kommen. In der Krippe ergeben sich zahlreiche Situationen wo dieses Erfordernis eingeübt wird.

So müssen die Kinder manchmal warten, bis sie an der Reihe sind, ein Spielzeug zu bekommen mit dem gerade ein anderes Kind spielt, sie an der Reihe sind zum Händewaschen zu gehen oder ihnen beim Anziehen geholfen wird. All dies fördert zugleich ihre soziale Kompetenz. Die Kinder suchen sich ein Spiel aus und dann dauert es länger als sie dachten, bis es zu Ende gespielt ist. Wir motivieren sie es fertig zu spielen und sie spüren Stolz es geschafft zu haben.  So wird ihre Spielfähigkeit gefördert und ihre Konzentration gestärkt.

 

 

Weitere Bildungsbereiche

 

  • Musik

Kleinkinder haben viel Freude daran, Musik zu hören und selber zu machen. Das ureigenste Instrument ist zunächst die eigene Stimme und der eigene Körper. 

Musikalische Förderung spricht verschiedene Entwicklungsbereiche an. Vor allem die Sprachentwicklung, Denkvorgänge und das Wohlbefinden werden günstig beeinflusst.

Den Kindern macht es Spaß, vor jedem Essen zusammen mit den anderen Kindern zu singen oder auch nur zuzuhören. Begleitet wird das Singen vor allem mit Klatschen und entsprechenden Bewegungen. Die Kinder sammeln auch Erfahrungen im Umgang mit einfachen Instrumenten (z.B. Rassel, Schüttelei, Klangstäbe).

 

  • Kreativität

Die Entfaltung der Persönlichkeit hat auch immer mit einer Stärkung der Kreativität zu tun. Durch das Aufnehmen und Wahrnehmen mit allen Sinnen, gewinnen Kinder Erkenntnisse und lernen somit. Dieses Lernen durch die Sinne ist die Grundlage von Bildung.

In unserer Kinderkrippe stehen den Kindern vielfältigste Materialien zur Verfügung, die sie erfühlen und auf ihre Eigenschaften hin untersuchen. Später lernen sie den Umgang damit und werden gestalterisch tätig.

Damit die Kinder ihre Kreativität weiterentwickeln, ist es wichig, sie in ihrem Tun wertschätzend und mit Freude zu unterstützen. Dass sie ihre Phantasie voll ausschöpfen können, wird in unserer Einrichtung auf vorgefertigtes Bastelmaterial verzichtet. So wollen wir erreichen, dass die Freude am eigenen Tun, der Stolz auf das selbst Geschaffene und die damit verbundene Selbstbestätigung gefördert wird.

 

  • Umwelterfahrung

Bei Kleinkindern ist die Aufmerksamkeit und das Interesse für natürliche Vorgänge (wie z.B.Regen, Sonnenschein, Schnee) noch sehr groß. Damit sie möglichst viele Erfahrungen in der Natur sammeln können, gehen wir fast bei jedem Wetter raus.

Beim Krabbeln über die Wiese, barfuß laufen, spielen mit Wasser, Sand und Schnee, bekommen die Kinder hinreichend Gegegenheit, die Natur mit allen Sinnen zu erfahren.

Wir möchten so erreichen, dass die Kinder im Einklang mit sich und der Umwelt leben. Sie sollen ein Gespür für verantwortungsvolles Handeln und Umweltbewußtsein entwickeln.

 

  • Mathematik

Grundlage aller mathematischen Bildung ist zuerst einmal den Kindern die Möglichkeit zu geben, verschiedene Raum-Lage-Positionen in Bezug auf ihren eigenen Körper zu erfahren. Krabbeln durch den Raum, unter einem Stuhl durchkriechen, auf eine Spielbank zu steigen, die schiefe Ebene raufzugehen auf der Mäuseburg zu stehen und runterzuschauen, erweitern visuelles und räumliches Vorstellungsvermögen.

Auch im mathematischen Bereich ist es so, dass die Kinder zuallererst durch die Auseinandersetzung mit Materialien lernen. Der Holzbaukasten mit geometrischen Formen, Steck- und Zuordnungsspiele sind Beschäftigungsmaterialien, denen sich die Kinder bei uns gerne zuwenden.

Zeitbegriffe lernen Kinder am besten durch einen stukturierten Tagesablauf. Auch das Mengenverständnis wird bei verschiedenen Spielen und Aktivitäten der Kinder geübt.